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VBC Bern vs. VBC Oftringen       3:2
Matte, Bern – 18 Zuschauer
Sätze: 23:25 (23‘); 25:17 (21‘); 17:25 (20‘); 25:18 (20‘); 15:11 (14‘)
Total: 1 Stunde 50 Minuten

VBC Oftringen
Burger, Erni, Frey, Gloor, Ingold, Koller, Leitner, Stutz
Coach: R. Meyer
Oftringen ohne: Dürig, Lazarevic, Nadarevic, Pfirter & Rössler

VBC Bern
Kaufmann, Wagner, Meyer Suarez, Müller, Guerra-Schmocker, Tiede, Reber
Coach: C.F.G. Arias

 

von Aline Leitner

Aufgrund des vorhergehenden Spiels startete das Duell der beiden Top-4-Platzierten rund 25-Minuten später. Dass die Bernerinnen noch eine offene Rechnung mit dem VBCO hatten, merkte man von Beginn an. Die beiden Teams lieferten sich im Startsatz ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Phasenweise hatte Oftringen dank einer Service-Serie von Erni und starkem Block von Frey die Nase vorne. Dann gab es aber auch Momente, in welchen der VBCO den Bernerinnen verfrühte Weihnachtsgeschenke in Form von Eigenfehlern überbrachte. Die Oftringerinnen konnten sich gegen Ende des Satzes etwas absetzen und erspielten sich drei Satzbälle. Diesen Vorsprung hatte der VBCO dann auch unglücklicherweise nötig. Der VBC Bern drehte nochmals auf und Coach Meyer sah sich bei 24:23 gezwungen, ein Time-Out zu nehmen. Dieses zeigte Wirkung und nach einem abschliessenden Blockout-Schlag von Burger ging der erste Durchgang mit 25:23 an die Oftringerinnen.

Oftringen erspielte sich mit einer Serviceserie von Leitner einen 6:0-Vorsprung. Doch diesen mochte der VBCO nicht lange zu verwalten. Zu gross war die Eigenfehlerquote im Angriff und auch in der Annahme bekundete das Gastteam Mühe mit den starken Services der Stadtbernerinnen. So schmolz der Vorsprung Punkt für Punkt weg. Oftringen konnte die Wende trotz Wechsel auf der Mittelblock-Position (Ingold für Stutz bei 16:17) und der Diagonal-Position (Gloor für Koller bei 16:20) nicht mehr einleiten. Der Kampfgeist verdrückte sich auf die Ersatzbank und so ging der zweite Satz ernüchternd klar mit 25:17 an die Bernerinnen.

Oftringen änderte als Reaktion auf das miserable Resultat im zweiten Satz seine Aufstellung. Ingold fungierte neu anstelle von Stutz als Mittelblockerin und auch sonst rotierte Coach Meyer die Aufstellung fleissig. Nach einer erneut ausgeglichenen Startphase kam der VBCO wieder gut in Fahrt und punktete emsig mit starkem Block und clever gespielten Angriffen von Frey, Erni, Burger und Koller. Ingold punktete gleich 5 Mal am Stück mit ihrem Service und der VBCO vergrösserte seinen Vorsprung durch die starke Teamleistung auf 7 komfortable Punkte. Doch dieses Polster benötigte der VBCO im dritten Durchgang, eigentlich ganz atypisch, nicht. Der VBCO überzeugte und gewann den dritten Satz kompromisslos mit 25:17. Auch ganz zur Freude der «Aus-Neuseeland-Rückkehrern», Kathrin und Ron, die uns im «fernen» Bern lautstark unterstützen – Danke vielmals an dieser Stelle J.

Zu Beginn des vierten Satzes überzeugte der VBCO weiter und erspielte sich mit Erni und Frey im Service einen Vorsprung von 4 Punkten. Doch dann folgte ein erneuter Einbruch. Der Kampfgeist des VBCO machte es sich erneut auf dem Ersatzbänkli bequem und Oftringen gelang es nicht, sich aus dieser Baisse zu erholen. Bern punktete 9-mal in Folge und zwang den VBCO in die Knie. Auch ein erneuter Wechsel im Mittelblock (Stutz für Ingold bei 6:10) konnte den Teufelskreis nicht ganz durchbrechen. Obwohl sich Oftringen nochmals aufbäumte und den VBC Bern bei 16:16 zu einem Time-Out zwang, gelang der Satz- und Matchgewinn nicht mehr. Nur noch zwei Punkte konnten die Oftringerinnen auf ihrem Konto verbuchen. Auch der vierte Durchgang ging fast unangefochten klar mit 25:18 an das Heimteam.

Oftringen startete den fünften Satz mit einer ungewollt ungewohnten Aufstellung. Da standen also plötzlich drei Mittelblockerinnen auf dem Feld und beide Diagonal-Angreiferinnen winkten von der Aussenlinie her. Nichts desto trotz konnte der VBCO gut Fuss im alles entscheidenden Satz fassen. Mit Erni am Service konnten die Oftringerinnen 6:2 in Führung gehen. Oftringen spielte wieder überzeugender und dank starkem Block, kraftvollen Angriffen und einer frech gespielten Spezialfinte von Stutz wechselten die Teams bei 8:5 (aus Oftringer-Sicht) die Seiten. Die vermeintliche Glücksseite des VBCO (der erste und dritte Durchgang resultierte eben auf dieser Seite des Spielfeldes) entfaltete leider nicht die gewünschte Wirkung. Oftringen bekundete erneut Mühe in der Annahme und auch im Side-Out gelang der Punkt meist erst nach mehreren Versuchen. Der Bernerische-Capitain setzte dem VBCO mit ihren druckvollen Services so zu, dass sie direkt 5 Punkte in Folge verbuchen konnte. Beim VBCO schien, trotz Spielerwechsel (Koller für Ingold bei 10:11) und Time-Out, erneut der Kampfgeist von Dannen gezogen zu sein und so gelang dem VBC Bern die Revanche. Der fünfte Satz ging mit 15:11 an die Stadtbernerinnen.

Der VBCO stellte vor allem im ersten und dritten Satz seine Qualitäten unter Beweis und fungierte hingegen im zweiten und vierten vor allem als «Christkind» und überbrachte dem VBC Bern verfrühte Weihnachtsgeschenke. Der erspielte eine Punkt reichte nicht, um den dritten Platz halten zu können. Zu gross waren die Eigenfehlerquote und die Unsicherheit in gewissen Momenten. Oftringen winkt also zur Weihnachtspause hin vom vierten Zwischenrang und wird die kommende Pause sicherlich dazu nutzen, den Kampfgeist diesbezüglich zu dressieren, als dass er auch in herausfordernden Situationen nicht das Weite sucht. Das Potenzial zum Siegen hat das Team des VBC Oftringen auf jeden Fall. Und wir können gespannt sein, was die Oftringerinnen noch aus ihrem Hut zaubern werden. 

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