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VBC Oftringen 2 – VBC Kanti Baden         3:2
Sonnmatt, Oftringen – 18 Zuschauer
Sätze: 25:18 (21 min); 24:26 (25 min); 21:25 (24 min); 25:21 (26 min); 15:13 (17 min)
Total: 2h 5min 

VBC Oftringen
Amrhein, Benz, Heiniger, Disler, Benz, Gerber, Loretz-Roth, Hochuli, D'Antico, Flückiger, Huber, Maia
Coach: C. Rössler
Oftringen ohne: Weber, Läubli, Burkart 

VBC Kanti Baden
Sutter, Scher, Müller, Umbricht, Sirucele, Baumann, Mohr, Handema, Maathe, Haag
Coach: H. Renzo

 

Von Nora Flückiger

Hervorragend gelaunt, mit vollem Kader, vielen Zuschauern und einem gut gefüllten Traubenzuckervorrat für die angeschlagenen Spielerinnen (und wie sich herausstellen sollte, auch für die gesunden) fand sich das Damen 2 am gestrigen Mittwochabend zum Cupviertelfinale gegen die 2. Liga Mannschaft des VBC Kanti Baden in der Sonnmatt ein.

Gleich zu Beginn des ersten Satzes stellten die Oftringerinnen unter Beweis, dass sie ein ernstzunehmender Gegner waren. Insbesondere Libera Maia zeigte, dass ihr der Elan der SM-Qali noch in den Beinen steckte und brillierte mit hervorragenden Annahme- und Defenseaktionen. So gelang es dem VBCO, früh die Führung zu übernehmen, und bei 8:4 bezogen die Gegner ihr erstes Timeout. Kanti Baden hatte mit der kleinen Halle zu kämpfen und fand nicht so recht ins Spiel. Zudem setzte Disler ihnen mit kraftvollen Angriffen und platzierten Finten zu, Amrhein schmetterte aus dem Rückraum und am Block von Huber gab es kein Vorbeikommen. So triumphierten die Oftringerinnen im ersten Satz mit einem deutlichen 25:18.

Im zweiten Satz schienen sich die Gegnerinnen an die niedrige Halle gewöhnt zu haben und auch die Serviceannahme bereitete ihnen weniger Schwierigkeiten. So gelang es Kanti Baden früh, ein kleines Vorsprungspolster zu erspielen, dem die Oftringerinnen bis zur Mitte des Satzes hinterher liefen. Doch beim 8:11 aus Oftringer Sicht drehte das Damen 2 endlich auf: Amrhein punktete mit einer Finte, Loretz schmetterte die Bälle nach links und rechts und V. Benz legte mit ihren souveränen Anspielen eine kleine Serie hin, sodass die Gegner sich beim 14:11 schliesslich zu einem Timeout gezwungen sahen. Doch das schien nichts zu nützen: Mit einem Ass und zwei weiteren druckvollen Services vergrösserte die zweite Benzschwester den Vorsprung weiter zum 17:12. Aber zu früh gefreut: Dank vieler Eigenfehler auf Oftringer Seite und platzierter Anspiele gelang es Kanti Baden, den Vorsprung wieder auszugleichen, beim 24:23 aus Oftringer Sicht sogar einen Satzball abzuwehren, und den VBCO mit 26:24 zu bezwingen.

Nach der fulminanten Aufholjagd im zweiten Satz hatten die Gegner Blut geleckt: fast fehlerfrei und mit viel Druck setzten sie dem VBCO zu. Doch die Oftringerinnen liessen sich nicht abschütteln, zeigten sich insbesondere in der Defense einmal mehr als starkes Team und zwangen die Gegnerinnen beim 13:11 aus Oftringer Sicht schliesslich zum ersten Timeout. Weiterhin verlief das Spiel knapp und keinem Team gelang es, einen Vorsprung zu erspielen – dies trotz einer spektakulären Defenseaktion von Staubsauger Disler auf einen zweiten Ball der gegnerischen Passeuse oder hervorragender Blockarbeit von Heiniger. Doch die Gegnerinnen bewiesen zum Satzende viel Souveränität und punkteten mit ihren grossen Mitteangreiferinnen schliesslich zum 25:21.

Im vierten Satz nun verfolgten die Oftringerinnen die Dampfwalzentaktik: sie überrollten ihren Gegner von Anfang an (Disler war es, die den ersten Punkt mit einem Schmetterball aus dem Rückraum verbuchte) und bauten mit S. Benz am Service direkt eine Führung von 4:0 auf. Diesen Vorsprung gelang es nicht nur zu halten, sondern – nicht zuletzt dank der platzierten Finten von Hochuli als Aussenangreiferin (einmal mehr direkt auf den Kopf und in den Briefkasten ihrer blockenden Gegenspielerin) – bis zum 15:8 auszubauen. Zur Satzmitte gelang es Kanti Baden zwar, mit einer Serviceserie des gegnerischen Captains zum 13:16 zu verkürzen, doch die Oftringerinnen blieben souverän und erzwangen den fünften Satz mit 25:21.

Im entscheidenden Satz zeigte sich der VBCO von der Nervosität gebremst und der Druck im Angriff fehlte – womit es den Gegnern gelang, ihre Mitteangreiferinnen zu lancieren und die Überhand zu gewinnen. So stand es beim Seitenwechsel 6:8 aus Oftringer Sicht. Aber der VBCO gab sich nicht geschlagen. Unter lautem Anfeuern von Coach, Ersatzbank und vor allem der Zuschauer (ein grosses Danke an dieser Stelle!) war es Heiniger, die nach ihrem Einwechsel direkt einen Block und einen Angriffsball verwertete und anschliessend im Service punktete. Doch Kanti Baden holte erneut auf und die Oftringerinnen mussten ihren 10:8-Vorsprung gegen einen 11:10-Rückstand eintauschen. Nach einem weiteren Timeout schliesslich verwertete Disler einen weiteren Angriff und holte das Anspiel zurück, an welchem S. Benz mit ihren schwer zu verteidigenden Aufschlägen bis zum 14:11 überzeugte (inkl. einem Linienass!). Doch Kanti Baden gab sich noch nicht geschlagen und kämpfte um jeden Ball bis zum 14:13. Letztlich war es ein weiterer Block von Huber, der den entscheidenden gegnerischen Fehler provozierte: Mit einem der Partie angemessenen, äusserst knappen 15:13 holte sich der VBCO diesen fünften Satz.

Damit steht das Damen 2 nach diesem grandiosen 3:2-Sieg im Cuphalbfinale, das am 5. März ausgetragen werden wird! Egal wie dieser Cup-Krimi weitergeht, die Oftringerinnen haben einmal mehr eine souveräne Leistung gegen einen höher klassierten Gegner gezeigt und trotz Zitterpartie (die insbesondere Coach Rössler einige graue Haare und mehrere Herzinfarkte beschert haben dürfte) am Ende verdient gesiegt.

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